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Caro-Schüler suchen Martin Luthers Spuren in Osnabrück

[Neue Osnabrücker Zeitung, 09.11.2016]

Osnabrück. Martin Luther? 95 Thesen? Was geht mich das an? Viele Jugendliche mögen diese Frage uncool finden, 40 Schüler des Gymnasiums Carolinum suchen darauf eine Antwort. Im Mai 2017 wollen sie im Kulturgeschichtlichen Museum eine Ausstellung zum Luther-Jahr präsentieren.

 

 

 

Vor Luther und nach Luther sind die beiden Abendmahlskelche entstanden, die nächstes Jahr zum Reformationsjubiläum im Kulturgeschichtlichen Museum zu sehen sind. Das Foto zeigt von links: Thorsten Heese, Jonas Küssner, Paul Overbeck, Marie Heidemann, Klaus Wahlbrink, Niklas Zurhorst, Niklas Kruse und Eva-Maria Evers. Foto: Lahmann-Lammert

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen Lukas Cranach kann Thorsten Heese natürlich nicht ins Kulturgeschichtliche Museum holen, schon gar nicht im Jubiläumsjahr. Aber der Kurator für Stadtgeschichte ist zuversichtlich, dass die Ausstellung einen Akzent setzen wird, wenn Osnabrück der Reformation gedenkt.

Für die Elft- und Zwölftklässler aus dem Seminarfachkurs Geschichte steht fest, dass die Lehre Martin Luthers das Stadtleben für Jahrhunderte geprägt hat. Osnabrück gehörte schon früh dem protestantischen Lager an und erlebte mit dem Westfälischen Frieden hautnah, wie am Rad der Geschichte gedreht wurde. Dass in der Folgezeit abwechselnd katholische und evangelische Landesherren das Fürstbistum regierten, hielt die Kirchenspaltung in besonderer Weise präsent.

 

„Dat hillige Evangelium“

Dass es 500 Jahre nach Luthers Thesenpapier immer noch evangelische und katholische Kirchen gibt, dass es zwischen den Anhängern der beiden Glaubensgemeinschaften weiterhin Trennendes, aber auch Verbindendes gibt, nehmen die Caro-Schüler viel intensiver wahr, seit sie sich auf die Spurensuche begeben haben. Gerade das Besondere, das die Reformation auf lokaler Ebene hervorgebracht hat, wird auf einmal als spannendes Thema empfunden.

Die Studienräte Klaus Wahlbrink und Eva-Maria Evers leiten die Seminarfachkurse Geschichte für die elften und zwölften Klassen. Zusammen mit ihren Schülern und Kurator Thorsten Heese bereiten sie die Ausstellung vor, die am 22. Mai im Kulturgeschichtlichen Museum eröffnet werden soll. Dass sich die eine Hälfte wegen der bevorstehenden Abi-Prüfungen nur begrenzt einbringen kann, ist allen Beteiligten bewusst. Aber Klaus Wahlbrink ist überzeugt: „Unsere Geschichtsfachgruppe ist gut aufgestellt!“ Willkommen sind auch Schüler-Guides, die ihren Gleichaltrigen das Reformationskapitel beim Gang durch die Ausstellung nahebringen wollen. Die Luther-Schau mit dem Titel „...dat hillige Evangelium recht prediken“ ist bis zum 31. Oktober zu sehen.

 

Cranachs Bild wird nachgestellt

Zu den herausragenden Exponaten gehören zwei Abendmahlskelche aus Osnabrück. Der größere ist aus vergoldetem Silber und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Etwas weniger Wein passt in den vorreformatorischen Kelch, der im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts in St. Katharinen verwendet wurde. Von ihm ist eine galvanoplastische Nachbildung erhalten.

Ausstellungsstücke aus der Renaissance sind zwar schwer zu bekommen, aber auf das 1529 gemalte Gemälde „Gesetz und Gnade“ von Lukas Cranach muss das Museum wohl nicht ganz verzichten. „Wir wollen das Bild nachstellen“, kündigt Eva-Maria Evers schon mal an. Keine einfache Aufgabe, schließlich geht es um Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Aber die Studienrätin ist zuversichtlich: „Wir rechnen mit überdurchschnittlichem Engagement!“

 

Ein Artikel von Reiner Lahmann-Lammert auf www.noz.de .


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11.11.2016 Kategorie: Aktuelles Erstellt von: superadmin

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